DER NORDEN


In Sapa und Dien Bien Phu fasziniert eine herrliche Bergwelt, in der ethnische Minderheiten ursprüngliche Traditionen bewahrt haben


Im hohen Norden Vietnams erstreckt sich eine Gebirgsregion von bestechender Schönheit – mit über 3000 Meter hohen Bergen und einer Vielfalt ethnischer Minderheiten, deren bunte Trachten malerisch aus weitläufigen Reisfeld Landschaften leuchten. Ob es zur legendären Bergstation Sapa an der Grenze nach China oder zum historischen Kriegsschauplatz von Dien Bien Phu an der laotischen Grenze geht:
Jenseits der beliebten Nord-Süd-Route locken hier verborgene Winkel mit ursprünglichem Reiz.

 

                                           

NOSTALGISCH ODER NATURNAH

Erst 1998 im Kolonialstil eröffnet und mit 77 Zimmern das exklusivste Hotel im Norden, holt das „Victoria Sapa Resort & Spa“ seine Gäste mit einem Nostalgiezug aus dem 380 Kilometer entfernten Hanoi ab (www.victoriahotel-asia.com). Wer lieber auf Pfaden des Ökotourismus wandelt, sollte sich zum Beispiel für die „Topas Eco Lodge“ (www.topasecolodge.com) oder „Cao Son Ecolodge“ (www.waytosapa.com) entscheiden.

 

 LUFTIGE ETAPPE DER FRANZOSEN

 

Als wichtigstes Reiseziel der Region gilt das von den Franzosen 1922 gegründete Sapa. Auf einer Höhe von rund 1600 Metern bietet der Ort ein angenehmes Klima und etliche Kolonialvillen, die zu charmanten Pensionen oder Restaurants umgebaut wurden. Im „Victoria Sapa Resort & Spa“ (s. Info-Kasten) verbinden sich Stil und Eleganz von einst mit zeitgemäßem Luxus. Wer es eher naturnah liebt, sollte sich in den Öko-Unterkünften der herrlichen Umgebung einquartieren. Von hier führen Trekkingrouten durch eine bezaubernde Landschaft aus Reisterrassen, Feldern und Wasserläufen zu den Bergvölkern, die sich am besten an ihrem Kopfschmuck unterscheiden lassen. Die Hmong (Meo) tragen blaue Tücher, während es bei den Dao rote, kissenförmige Kopfbedeckungen sind. Auch die Tay, die Thai oder die Muong haben sich ihre traditionelle Kleidung bewahrt. Die weitesten Touren führen bis zum Mount Fansipan – dem mit 3143 Metern landesweit höchsten Berg.

EIN ORT DES SCHICKSALS


Von Hanoi aus via Son La zu erreichen, aber landschaftlich weitaus reizvoller über die fast 300 Kilometer lange Strecke von Sapa, versteckt sich an der Grenze zu Laos das Hochtal von Dien Bien Phu. Die Abgelegenheit des Ortes steht im Gegensatz zu seiner historischen Bedeutung: Die hier im Jahr 1954 ausgefochtene, 57-tägige Schlacht ging zugunsten der Vietnamesen aus – und deshalb in die Geschichte ein. An das Ende der französischen Kolonialherrschaft erinnern ein kleines Museum und verschiedene Mahnmale, aber auch einstige Lager und Bunker – wie der des besiegten Oberbefehlshabers, der reichlich mit Beutewaffen dekoriert wurde. Heute ist das 18 Kilometer lange und vier Kilometer breite Tal allerdings ein stiller Winkel, in dem ganz unterschiedliche Minderheiten friedlich zusammenleben.