PHNOM PENH

Vom Aufstieg einer asiatischen Metropole: Jede Kambodscha-Reise sollte nicht nur zu den historischen Tempeln führen, sondern auch in die junge Hauptstadt

 

Was gibt es Schöneres, als im stimmungsvollen Licht des späten Nachmittags an der Balustrade des „Foreign Correspondents Club“ zu lehnen, auf die am Ufer des Tonle Sap flanierenden Menschen zu schauen und die Gedanken schweifen zu lassen – über den breiten Fluss hinweg bis zum Horizont… Auch berühmte Filmemacher wie Oliver Stone lieben das und nicht zuletzt deshalb gilt: Wer die einzigartige Atmosphäre am FCC versäumt hat, ist nicht in Phnom Penh gewesen – und wer nicht in Phnom Penh war, kennt auch Kambodscha nicht.

EIN BOOM ZUM MITERLEBEN

Die Anziehungskraft der Tempel von Angkor als achtes Weltwunder ist so stark, dass nicht wenige Touristen die Hauptstadt des Landes aussparen. Doch das ist ein Fehler: Wer der knapp zwei Millionen Einwohner zählenden Metropole seine Aufwartung macht, wird angenehm überrascht. Denn Phnom Penh präsentiert sich als spannende und steil aufstrebende Mega-City, die noch viel von sich reden machen dürfte. Nachdem mit dem „Sorya“ und dem „Sovanna“ die ersten modernen Einkaufsmeilen eröffnet haben, wächst mitten im Zentrum auf 17 Hektar schon die nächste heran – zusammen mit einem luxuriösen Hotel und Konferenzzentrum. Immer mehr imposante Nobelkarossen mischen sich unter die etwa 500.000 Mopeds der Stadt, während die ersten Hochhäuser bis zu 38 Etagen hoch reichen und sich hier eines Tages sogar der höchste Wolkenkratzer Südostasiens erheben soll.

PROMENADE AM TONLE SAP

Doch auch in Zukunft wird der Puls Phnom Penhs vorwiegend am Tonle Sap-Ufer schlagen, an dem entlang eine breite, hübsch begrünte Promenade mit einladenden Sitzbänken verläuft. Auf fast zwei Kilometern spiegelt sie – zum Sonnenuntergang von zahlreichen Liebespaaren frequentiert – das Lebensgefühl der Einheimischen wider, während sie für Touristen nicht minder interessant ist: die Strecke führt an den zahlreichen Restaurants, Bistros und Cafés des Sisowath Quay vorbei. Hier kann man sich in postkolonialem Ambiente und urgemütlichem Korbmobiliar mit den kulinarischen Köstlichkeiten einer französisch angehauchten Fusionsküche verwöhnen lassen. Wenig später kommen das 1920 im Stil eines buddhistischen Klosters errichtete Nationalmuseum, der Königspalast und die Silberpagode in Sicht, die einen 90 Kilo schweren Gold-Buddha mit 2.086 funkelnden Diamanten beherbergt. Nicht versäumen sollte man einen Besuch im Museum von Tuol Sleng, das vom Völkermord während der Pol Pot-Zeit berichtet.

 


 

GASTRONOMIE
Leckere Fusionsküche lässt sich zum Beispiel im „Le Wok“ (33 Street 178) genießen, das Hot Pot-Restaurant „Frizz“ (67 Street 240) gibt auch Kochkurse für die Khmer-Küche. Exzellente Mahlzeiten mit einem guten Zweck verbinden kann man im „Friends the Restaurant“ (215 Street 13) oder im stilvollen Kolonialbau des „Romdeng“ (47 Street 174), da beide Restaurants der Ausbildung ehemaliger Straßenkinder dienen.


PHNOM PENH - EIN EINKAUFSPARADIES

Die attraktiven Einkaufsmöglichkeiten halten viele Besucher länger in der Stadt, als sie sich vorgestellt haben… Von besonderer Anziehungskraft sind die traditionellen Märkte, deren Flaggschiff auch eine architektonische Sehenswürdigkeit darstellt: Im 1937 errichteten Art-Deco-Kuppelbau des Zentral-Marktes Psah Thmei lässt sich unter anderem die Handwerkskunst der Goldschmiede beobachten. Der ebenfalls täglich geöffnete Psa Tuol Tom Poung, dessen Spitzname „Russenmarkt“ noch aus der vietnamesischen Besatzungszeit stammt, gilt als El-Dorado für Souvenirjäger. Hier gibt es echte oder nachgemachte Antiquitäten, Kunsthandwerk, Silberschmuck und Edelsteine sowie die landestypischen karierten Baumwoll-Halstücher „Kramas“ – oder sogar preiswerte Mode aus der Überproduktion westlicher Firmen. Als „Art Street“ hat sich die 178. Straße einen Namen gemacht: Dort verkaufen zahlreiche Geschäfte Gemälde und Skulpturen. Keinesfalls versäumt werden sollte das Stöbern bei „Monument Books“ am Norodom Boulevard (Filiale am Flughafen). Hier findet sich zum Beispiel eine exzellente Literatur-Auswahl über ganz Südostasien.

SCHLUMMERN IN BALDACHIN-BETTEN

Etliche Hotels der Hauptstadt erfreuen mit kolonialem Charme: Das beliebte Ambiente des „Foreign Correspondents Club“ (www.fcccambodia.com) lässt sich im angegliederten Hotel sogar über Nacht genießen. Zu den landesweit stil- und stimmungsvollsten Unterkünften zählt das „The Pavilion“ (www.thepavilion.asia). Höchste Standards werden im legendären „Raffles Hotel Le Royal“ gesetzt (www.raffles.com/phnom-penh).