DER WEG ALS ZIEL

Bis in den letzten Winkel… Die Mekong-Region bietet ihren Besuchern eine besonders vielfältige Variation an Reisemöglichkeiten

Ob urige Fahrrad-Rikschas oder preiswerte Miet-Mopeds, gemütliche Holzdschunken oder schnittige Hydrofoil-Fähren, nostalgische Eisenbahnzüge oder moderne Düsenjets: Vietnam und Kambodscha offerieren eine bemerkenswerte Vielfalt an Verkehrsmitteln. Über viele neue Straßen, mehrere tausend Kilometer Schienenstrang oder bezaubernde Wasserwege können Touristen auf preiswerte und erlebnisreiche Weise Metropolen, Nationalparks und Strände miteinander verbinden, in entlegene Regionen vordringen oder bis in die Nachbarländer weiterreisen.

Die Eisenbahn – nostalgisch und gemütlich

Vietnam

Das 2.500 Kilometer lange Streckennetz der Eisenbahn stammt weitgehend aus der Kolonialzeit und garantiert entsprechend geruhsames Reisen (www.vietnamrailway.com). Es erschließt die wichtigsten Städte und schönsten Strände. Der legendäre Wiedervereinigungsexpress „Thong Nhat“, der auf der 1.726 Kilometer langen Strecke zwischen Ho Chi Minh City und Hanoi verkehrt und die Klassen „Soft Sleeper“, „Hard Sleeper“, „Soft Seat“ oder „Hard Seat“ anbietet, benötigt 24 bis 40 Stunden (am schnellsten sind die „SE“-Züge). Praktikabel ist die Verbindung zwischen Danang und Hue (2–3 Stunden) oder von dort nach Hanoi (11–16 Stunden). Auf dem Abschnitt von Hanoi nach Lao Cai an der chinesischen Grenze (ca. 8–9 Stunden, von hier sind es noch 40 Straßenkilometer
zum Bergort Sapa) werden oft Schlafwagen angehängt – wie die nostalgisch luxuriösen Waggons des privat betriebenen „Victoria Express Train“ (www.victoriahotels-asia.com). Zweimal pro Woche verkehrt sogar ein Zug zur chinesischen Hauptstadt Peking (40 Stunden).

Kambodscha

Der Schienenstrang von Phnom Penh nach Kampot wurde nach langer Sanierung Mitte 2011 wieder für den Eisenbahnverkehr frei gegeben (bis nach Sihanoukville vorerst nur für Cargo-Züge), als nächstes sollen nun die Gleise nach Battambang oder sogar bis Poipet modernisiert werden. Bis es soweit ist (www.tollroyalrailway.com), dürften hier – vor allem auf einigen Strecken in der Region um Battambang – noch die bei Einheimischen wie Touristen beliebten, sogenannten „Bambuszüge“ zum Einsatz kommen.

DIE LANDROUTEN - PRAKTISCH UND PREISWERT

Vietnam

Beim Busverkehr lassen sich je nach Komfortbedürfnis und Geldbeutel
ganz unterschiedliche Standards wählen. Mit einem „Open Ticket“ ist die Strecke zwischen Hanoi und Ho Chi Minh City schon ab 20 Euro zurückzulegen, wobei man die Fahrt an den Halteorten beliebig lang unterbrechen kann. Noch mehr Individualität verspricht die Reise im eigenen Mietwagen/Minibus mit Chauffeur. Obwohl in den Metropolen immer mehr Taxen ihre Dienste anbieten, sollte man einige Strecken per Cyclo (Fahrradrikscha) zurücklegen. Vielerorts pulsiert Vietnam noch als Land der Fahrradfahrer – was also liegt näher, als ebenfalls einen Drahtesel zu besteigen und damit durch das Mekong-Delta zu radeln, in den Bergen von Sapa oder sogar über den Wolkenpass? Fahrräder und Mountainbikes jedenfalls sind vielerorts ebenso preisgünstig zu mieten wie Mopeds oder Motorräder.

Kambodscha

Mit dem Ausbau des Straßennetzes haben sich die Busverbindungen vervielfältigt. Schnell, klimatisiert und preiswert sind die Expressbusse, die die Hauptstadt Phnom Penh mit den landesweit größten Städten Siem Reap, Sihanoukville, Battambang und Kompong Cham verbinden. Nebenstrecken werden vor allem mit Minibussen und Sammeltaxen sowie Tuk Tuks (Motorradrikschas) und Motos (Mopedtaxen) bedient. Ein hohes Maß an Individualität garantieren die komfortablen Toyota Camry-Limousinen, die als günstige Chartertaxen fast überall im Land verfügbar sind – auch für längere Strecken oder mehrere Tage.

DER WASSERWEG - SANFT UND STIMMUNGSVOLL

Vietnam

Das gut ausgebaute Verkehrsnetz im Mekong-Delta basiert auf Schnellbooten, mit denen Reisende von Chau Doc über den Grenzübergang Vinh Xuong / Kann Samnor sogar bis nach Kambodscha (Visa on Arrival 30 US-Dollar) weiterreisen können (je nach Komfort 30 bis 60 USDollar, ca. 6–7 Stunden). Flusskreuzfahrten machen den Weg zum Ziel – z. B. als stilvolles Reiseerlebnis auf einer hölzernen Boutique-Dschunke.
Das gilt erst recht für Fahrten durch die Halong-Bucht im Norden. Die vorgelagerte Insel Phu Quoc ist von der Hafenstadt Rach Gia z. B. mit den Hochgeschwindigkeitsfähren von „Superdong“ (www.super dong.com.vn) erreichbar, die nur etwa 2,5 Stunden benötigen. Die schnittigen Hydrofoil-Boote von „Vina Express“, „Petro Express“ und „Greenlines DP“ verbinden Ho Chi Minh City in nur 75 Minuten mit Vung Tau (10 US-Dollar, am Wochenende 12 US-Dollar). Die (Nacht-)Fähren, die von diesem Seebad – 2 x wöchentlich – zum 180 Kilometer entfernten Con Dao-Archipel ablegen – etwa 2 x wöchentlich, meist als Nachtfähre – brauchen 10–12 Stunden (www.condaotourism.com).

Kambodscha

Weil immer mehr Straßen ausgebaut werden, dienen die meisten Bootsverbindungen inzwischen vor allem als Touristenattraktion – wie die Strecke zwischen Phnom Penh und Siem Reap (4–5 Stunden, mit stilvollen Kreuzfahrtschiffen 2–3 Tage) oder von dort quer über den Tonle Sap nach Battambang (4–6 Stunden). Der Hafen von Siem Reap liegt je nach Wasserstand fünf bis zwölf Kilometer von der Stadt entfernt.
Besonders beliebt ist die Ausreise auf dem Wasserweg nach Vietnam bzw. in das Mekong-Delta. Die wichtigsten Ziele in der Inselwelt von Sihanoukville werden während der Saison mindestens ein- oder zweimal täglich angelaufen, nach Koh Rong, Koh Rong Samloem / Saracen Bay (www.koh-rong-samloem-island.com) und Koh Ta Kiev z. B. verkehren sogar moderne Schnellfähren (Rundtickets 15 bis 30 US-Dollar, www.vongveng.com, www.thepartyboat.asia). Besonders beliebt sind die 25 US-Dollar günstigen, feucht-fröhlichen Tagestouren mit dem dreistöckigen Holzschiff von „Sun Tours“ (www.suntour-cambodia.com), während denen sich die Passagiere an einsamen Badestränden, bunt-belebten Korallenriffen oder auch mal zu einer kleinen Inselwanderung aussetzen lassen können.

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